Der Kreditkartenmarkt ist stark reguliert

Eingriffe der WEKO in einen funktionierenden Markt

Die Wettbewerbskommission (WEKO) verpflichtete die Schweizer Kreditkartenherausgeber bereits 2005 dazu, die Interchange-Gebühr in der Schweiz (Domestic Interchange Fee) stufenweise um 24% zu senken. Im Jahr 2009 wurde erneut eine weitere Senkung von 15% beschlossen. Weitere Regulierungen sind wahrscheinlich.

Mit der Interchange-Gebühr entschädigen die Händler die Issuer für Leistungen, die diese für das Funktionieren des Kreditkartensystems erbringen.

Swisscard AECS GmbH erwartet, dass die WEKO vor weiteren Regulierungen prüft, ob die bisher getroffenen Massnahmen in der richtigen Weise wirken, nämlich volkswirtschaftlich positiv und zugunsten der Konsumentinnen und Konsumenten.

Eine Studie der Universität St. Gallen liefert erstmals eine fundierte und wissenschaftliche Basis zur wettbewerbsrechtlichen Überprüfung und gegebenenfalls Regulierung des schweizerischen Kreditkartenmarktes. 

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Notwendigkeit einer Regulierung des schweizerischen Kreditkartenmarktes wissenschaftlich nicht erwiesen ist, weil kein systematisches Marktversagen vorliegt. Zusätzlich zeigt die Studie, dass die Regulierung im gegenwärtigen Modell bedenklich ist. 

Studie der Universität St. Gallen: «Schweizer Kreditkartenmarkt» 

Im Rahmen einer Studie untersuchten drei Professoren für Wirtschaftswissenschaften und ein Rechtsanwalt die Auswirkungen der Regulierung auf Händler, Banken und Verbraucher in Spanien. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Reduzierung das notwendige Gleichgewicht im Zahlungsverkehrsmarkt durcheinandergebracht und der Mehrheit aller Beteiligten geschadet hat. Insbesondere den Konsumenten drohen Nachteile, sollte eine derartige Regulierung auch in anderen Märkten erfolgen.

Studie der Universidad Rey Juan Carlos, der Universidad Autonoma de Madrid und der Universidad National de Education a Distancia: «Die Folgen der vorgeschriebenen Reduzierung der multilateralen Interbankenentgelte in Spanien»

Medienmitteilung von MasterCard zur Studie

Infografik von MasterCard zur Studie

Gut ausgebauter Konsumentenschutz in der Schweiz

Die Schweiz verfügt über einen gut ausgebauten Konsumentenschutz im Bereich Konsum- und Kartenkredite: Kreditkarten mit Teilzahlungsoption fallen unter das Konsumkreditgesetz (KKG). Das Schweizer Gesetz gilt im europäischen Vergleich als streng.

Sorgfältige Prüfung von Kreditkartenanträgen

Swisscard prüft jeden Antrag aufgrund der gesetzlich geforderten Kriterien sowie gemäss branchenüblichen und firmenspezifischen Kriterien, die auf Erfahrung und Profitabilitätszielen beruhen. Anschliessend entscheidet Swisscard über die Ausstellung einer Kreditkarte.

Von Gesetzes wegen zwingend gefordert sind:

  • die Kopie eines amtlichen Ausweises
  • die Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten, der für die Bezahlung der Kreditkartenrechnungen verwendeten Vermögenswerte verantwortlich ist
  • Diese Angaben dienen der Verhinderung von Geldwäscherei.
  • die Überprüfung der Kreditfähigkeit bei der Informationsstelle für Konsumkredit (IKO)
  • das Alter des Antragsstellers: Der Antragssteller muss mindestens 18 Jahre alt sein.

 Als branchenübliche Prüfungen gelten unter anderem:

  • die Überprüfung der gemachten Angaben, zu den finanziellen Verhältnissen
  • die Überprüfung der auf dem Kartenantrag gemachten Angaben wie zum Beispiel Adresse, Alter oder Telefonnummer
  • die Einholung von Information bei der Zentralstelle für Kreditinformationen (ZEK)