Wichtige Begriffe kurz erklärt

3-D Secure

3-D Secure ist der weltweite Sicherheitsstandard von MasterCard für Interneteinkäufe, die mit Kreditkarten beglichen werden. Mit einem persönlichen Passwort identifiziert sich der Karteninhaber ähnlich wie durch eine Unterschrift auf dem Ladentisch. Voraussetzung für die Anwendung ist, dass die entsprechende Akzeptanzstelle an das System angeschlossen ist. 

Acquirer/Acquiring

Acquirer sind Firmen, die über eine Lizenz zur Anwerbung von Geschäftspartnern (auch: Akzeptanzstellen) verfügen, damit diese die Karten des entsprechenden Brands als Zahlungsmittel akzeptieren. Die wichtigsten Acquirer in der Schweiz sind Swisscard AECS GmbH für American Express sowie SIX und Aduno für MasterCard und Visa. 

Akzeptanzstelle

Unter Akzeptanzstellen (auch: Geschäftspartner) versteht man Verkaufspunkte, an denen mit Karten des entsprechenden Brands bezahlt werden kann.

Ausgabenlimite

Betrag, der dem Karteninhaber monatlich für Kartentransaktionen zur Verfügung steht. Abgebucht werden auch Beträge, die nicht effektiv ausgegeben, aber dennoch von einer Akzeptanzstelle «reserviert» werden (z. B. beim Hotel-Check-in). Als Ausnahme kennt American Express grundsätzlich keine im Voraus festgelegte Ausgabenlimite.

Autorisierung

Formelle Ermächtigung des Issuers an eine Akzeptanzstelle, eine Transaktion in einer bestimmten Höhe mit einem bestimmten Kunden vorzunehmen. Die Autorisierung erfolgt in der Regel vollelektronisch mit EFT-POS-Terminals oder halbautomatisch innert wenigen Sekunden über Telefon.

Bonitätsprüfung

Vor Ausgabe einer Karte prüft der Kartenherausgeber die Zahlungsfähigkeit des Antragstellers, um auch im Interesse des Konsumentenschutzes, der übrigen Karteninhaber und des Unternehmens Kreditrisiken zu vermeiden, die zur untragbaren Verschuldung führen können. Auf dem Kartenantrag gibt der Antragsteller die erforderlichen Informationen bekannt und erlaubt zusätzliche Nachforschungen (z. B. bei der Zentralstelle für Kreditkarteninformationen ZEK). Durchschnittlich werden 20 bis 30 Prozent der Kartenanträge abgelehnt.

Seit 2003 sind die Kartenorganisationen bei Kreditkartenanträgen mit Teilzahlungsoption gesetzlich dazu verpflichtet, die Kreditfähigkeit des Antragsstellers durch eine Anfrage bei der IKO (Informationsstelle für Konsumkredite) zu überprüfen. 

Bonusprogramm

Bonusprogramme sind Karten-Features, die den Karteninhaber mit jeder Transaktion Bonuspunkte sammeln lassen. Diese Punkte können eingelöst werden für Flugmeilen, Hotelübernachtungen und andere Produkte und Dienstleistungen. Die bekanntesten Programme sind American Express Membership Rewards, Bonviva (Credit Suisse AG), Key Club (UBS AG), Pointup (Credit Suisse AG) und Miles & More von SWISS.

Brand

Dachmarke, unter der ein in sich geschlossenes (weltweites) Kreditkartensystem vermarktet wird. Die bekanntesten Brands sind American Express, MasterCard und Visa. Eigentümer des Brands sind Firmen (z. B. American Express) oder Banken-Konsortien (MasterCard, Visa).

Chargeback (Fehlbelastung)

Bei Fehlbelastungen sind Reklamationen generell innert 30 Tagen nach Rechnungsdatum dem Kartenherausgeber mitzuteilen. Je nach Abklärungsablauf erfolgt bereits nach Eingang der Reklamation eine provisorische Gutschrift, oder es wird bis nach Abschluss der Abklärungen mit einer allfälligen Rückvergütung zugewartet.

Charge Card

Unter einer Charge Card versteht man eine Karte, die weder über eine Kreditlimite noch über eine Teilzahlungsoption verfügt. Umgangssprachlich spricht man dennoch von einer «Kreditkarte», weil im Gegensatz zur Barzahlung zumindest ein Kredit bis zur Fälligkeit gegeben ist. Die meisten American Express Karten sind typische Charge Cards. 

Co-Branding-Karten

Co-Branding-Karten werden vom Issuer eines Brands in Zusammenarbeit mit einer weiteren Firma oder einem Verband herausgegeben. Meistens bieten sie zusätzliche Dienstleistungen und Vergünstigungen, sind aber im Gegenzug an spezielle Bedingungen (wie zum Beispiel Kundenbeziehung oder Verbandsmitgliedschaft) geknüpft. Swisscard AECS GmbH ist marktführend im Bereich Co-Branding-Karten und arbeitet unter anderem mit SWISS und Coop zusammen. 

Corporate Card

Corporate Cards sind spezielle Produkte für Unternehmen, die ihre Geschäftsreisenden damit ausrüsten. Sie haben spezielle Leistungen, insbesondere in den Bereichen Management-Information und grenzübergreifender Konsolidierung bei der Abrechnung. 

DCC (Dynamic Currency Conversion)

Seit einiger Zeit bieten Geschäfte (Merchants) Schweizer Kreditkartenkunden an, die im Ausland getätigten Transaktionen direkt in Schweizer Franken zu bezahlen. Dieses Verfahren nennt sich «Dynamic Currency Conversion» (DCC) und wird für die Kartenbrands MasterCard und Visa angeboten. American Express bietet seitens Merchant bis auf Weiteres keine solche Lösung an.

Bei DCC rechnet der Merchant am Terminal jeden Kaufbetrag automatisch in die entsprechende Kreditkartenkontowährung des Kunden um. In der Regel weist die Quittung (Sales Slip) neben dem Kaufpreis (in lokaler und Schweizer Währung) auch den zur Anwendung kommenden Wechselkurs aus.

DCC ist eine optionale Dienstleistung des Händlers. Der Kunde kann deshalb jederzeit selbst entscheiden, ob er von dieser Dienstleistung Gebrauch machen will oder nicht. Kundenreaktionen bei Schweizer Kartenherausgebern zeigen, dass die Umrechnung vor Ort (DCC) in den meisten Fällen teurer als das Bezahlen in Landeswährung ist.

EFT-POS

Im Allgemeinen versteht man unter EFT-POS (Electronic Fund Transfer at the Point Of Sale) Systeme zur vollelektronischen Autorisierung und Verbuchung von Kartentransaktionen bei einer Akzeptanzstelle.

Firmenkarten

Dies sind spezielle Produkte für Unternehmen, die ihre Geschäftsreisenden damit ausrüsten. Sie haben spezifische Zusatzfunktionen, insbesondere im Bereich Management Information und für die Spesen-Kontrolle. Firmenkarten lassen sich unterteilen in Business und Corporate Cards. Während Business Cards eher für Klein- und Mittelunternehmen (KMU) konzipiert sind, sind Corporate Cards auf international und grössere national tätige Unternehmen ausgerichtet und als Spesenmanagement-Systeme ausgestaltet.

Fraud

Fraud ist ein vom englischen» «fraud» für «Betrug/betrügerische Handlung» in die Fachsprache übernommener Begriff. Er wird vorwiegend bei der zweckentfremdeten Nutzung von Leistungen verwendet (Manipulationen im Geschäftsverkehr, Manipulation von technischen Einrichtungen, Missbrauch von internem Wissen und Ressourcen des Unternehmens).

Haupt- oder Zusatzkarten

Hauptkarteninhaber haben die Möglichkeit, Zusatzkarten zu beantragen – je nach Kartenprodukt können eine oder mehrere Personen davon profitieren. Zusatzkarten bieten die gleichen Leistungen wie die Hauptkarte: Beispielsweise können auch mit der Zusatzkarte Punkte für Bonusprogramme gesammelt werden, und jede Karte verfügt über eine eigene Kartennummer (für Bargeldbezug mit eigenem PIN-Code). Zusatzkarten werden entweder zu einem speziell günstigen Preis oder ohne Zusatzkosten angeboten. In der Regel werden die Ausgaben der Haupt- und der Zusatzkarte mit nur einer Rechnung abgerechnet, die sich an den Hauptkarteninhaber richtet. Für die Zahlung haftbar ist grundsätzlich der Inhaber der Hauptkarte.

IKO (Informationsstelle für Konsumkredite)

Die IKO ist die vom Gesetzgeber vorgeschriebene schweizerische Informationsstelle für Konsumkredit. Sie registriert im Sinne des Konsumkreditgesetzes (KKG) vom 23. März 2001 Daten von Kredit- und Leasinggeschäften zu privaten Zwecken. 

Issuer (Kartenherausgeber)

Issuer sind Herausgeber und Vertreiber der Kreditkarten eines bestimmten Brands. Normalerweise verfügen Issuer vom Inhaber des Brands über eine nationale Lizenz (exklusiv oder nicht-exklusiv) zur Herausgabe von allen oder bestimmten Kartentypen. Die wichtigsten Issuer in der Schweiz sind Cornèr Bank AG, Credit Suisse AG, UBS AG und Viseca Card Services SA.

Kartenleistungen

Solche Leistungen sind zusätzliche Vorteile der Karte, die über die reine Funktion als Zahlungsmittel hinausgehen (Versicherungen, Kreditoption, Bonusprogramme sowie Lifestyle-Service). Diese werden in erster Linie vom Issuer festgelegt, weshalb die Karten eines Brands je nach Issuer in einem Land und erst recht international ganz unterschiedliche Leistungen haben können.

Karteninhaber

Karteninhaber sind diejenigen Personen, die mit dem Issuer einen Vertrag abgeschlossen und auf ihren Namen eine Karte erhalten haben. Im rechtlichen Sinn bleibt übrigens der Issuer stets Eigentümer der Karte. 

KKG (Konsumkreditgesetz)

Für den Konsumkreditvertrag gelten die Regelungen des seit 1. Januar 2003 in Kraft stehenden Bundesgesetzes über den Konsumkredit vom 23. März 2001 und der dazugehörigen Verordnung. 

Kreditkarten (Revolve-Karten)

Der Inhaber einer Kreditkarte kann bei allen Vertragspartnern des Kartenherausgebers im Rahmen einer definierten Ausgabelimite jederzeit weltweit bargeldlos bezahlen und Bargeld beziehen. Die Bezahlung erfolgt erst zu einem späteren Zeitpunkt und eventuell in Raten – womit dem Karteninhaber ein Kredit gewährt wird. Die grössten Kreditkartensysteme sind MasterCard und Visa. 

Kreditkartennetzwerk

Weltweit tätige Kreditkartennetzwerke sorgen dafür, dass Transaktionen vom Acquirer an die zuständigen Kartenherausgeber (Issuer) übermittelt werden. Die Vergütung der Transaktion vom Kartenherausgeber an den Acquirer erfolgt ebenfalls über das Kreditkartennetzwerk.

Lifestyle Service

Der Lifestyle Service ist ein exklusiver Kundendienst für American Express Centurion und Platinum Card Karteninhaber. Kompetente, speziell geschulte Lifestyle-Agenten helfen den Karteninhabern in allen Lebenslagen, egal ob sie z. B. Tickets für ein ausverkauftes Konzert kaufen wollen, einen Babysitter benötigen oder in einem ausgebuchten Toprestaurant eine Reservation wünschen.

Merchant (Händler)

Händler (auch: Merchants, Akzeptanzstellen oder Geschäftspartner) sind Unternehmen, die mit einem Acquirer einen Vertrag abgeschlossen haben und an ihren Verkaufsstellen die Karten der entsprechenden Marke als Zahlungsmittel akzeptieren. Dies signalisieren sie den Karteninhabern mit einem Logo an der Kasse oder am Eingang.

Nachbelastungen (Depot, Open Voucher)

Zur Zahlung verpflichtet ist ein Karteninhaber grundsätzlich nur, wenn er den entsprechenden Belastungsbeleg persönlich unterschrieben oder die Transaktion mit PIN autorisiert hat. Ausnahmen gelten bei Distanzverkäufen wie Versandhandel und Internet. In einigen Branchen, beispielsweise Hotellerie oder Autovermietung, behalten sich Händler allerdings vor, wenn nötig nachträglich Zusatzbelastungen ohne neue Unterschrift vorzunehmen. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn vergessen wurde, die Minibar abzurechnen, oder der Mietwagen mit leerem Tank retourniert wurde. Mietverträge für Autos enthalten diesen Zusatz standardmässig. Indem der Automieter den Mietwagenvertrag unterschreibt, gibt er sein Einverständnis für diese Handhabung.

No-Frills-Karten

No-Frills-Karten beinhalten keine oder ganz wenige zusätzliche Funktionen und werden preislich besonders günstig oder sogar ohne Jahresgebühr angeboten. Bedeutende No-Frills-Karten sind die Coop SUPERCARDplus und die M-Budget MasterCard. Am anderen Ende der Skala stehen die Premium-Produkte.

PayPass

PayPass ist ein kontaktloses Zahlungssystem für Kreditkarten, das sich zurzeit in einer Versuchsphase befindet. Nutzer von PayPass-Kreditkarten führen ihre Karte an einem speziell ausgerüsteten Kassenterminal vorbei, das die Transaktionsdaten drahtlos übermittelt und somit das Einführen der Karte in ein Lesegerät überflüssig macht. Dieses neue Zahlungssystem ist insbesondere auf traditionelle Bargeldbereiche ausgerichtet.

PIN-Code

Mit einem PIN-Code (Persönliche Identifikations-Nummer) können Kreditkarteninhaber an Geldautomaten weltweit und rund um die Uhr Bargeld beziehen. In gewissen Fällen ersetzt die Eingabe des PIN-Codes das Unterschreiben eines Belastungsbelegs (z. B. bei Tankstellen). Der PIN-Code kann beim Kartenherausgeber beantragt werden. Es wird empfohlen, diesen sofort zu ändern. Der PIN-Code sollte aus Sicherheitsgründen keine leicht nachvollziehbaren Zahlenkombinationen, wie z. B. Geburtsdaten enthalten.

Premium Produkte

Premium Produkte bieten über die reine Funktion als Zahlungsmittel hinaus zahlreiche zusätzliche Vorteile wie Lifestyle-Angebote, Versicherungen, Service-Dienstleistungen und Bonusprogramme an. Vorreiter auf diesem Gebiet ist American Express mit den Centurion und Platinum Karten.
Preise, Produkteigenschaften und Zusatzleistungen werden jeweils von den Kartenherausgebern definiert. Deshalb haben Karten derselben Marke je nach Herausgeber in einem Land und erst recht international ganz unterschiedliche Profile: Visa ist z. B. nicht automatisch gleich Visa!

Phishing

Phishing werden Versuche genannt, über gefälschte URL Daten eines Internetbenutzers zu erlangen. Phisher geben sich als vertrauenswürdige Personen aus und versuchen, durch gefälschte elektronische Nachrichten an sensible Daten wie Benutzernamen und Passwörter für Online-Banking oder Kreditkarteninformationen zu gelangen. Phishing-Nachrichten werden meist per E-Mail oder Instant Messaging versandt. Sie verleiten den Empfänger dazu, geheime Zugangsdaten auf präparierten Websites oder am Telefon preiszugeben.

Privatkarten

Privatkarten richten sich an Personen, die die Karte zur Bezahlung ihrer privaten Ausgaben einsetzen. Für die einzelnen Kundenbedürfnisse werden verschiedene Kreditkarten angeboten, die unterschiedliche Dienstleistungspakete beinhalten. 

Processor/Processing

Processors nennt man die Firmen, die die Verarbeitung der Kartentransaktionen technisch abwickeln. Diese Funktion wird von den Issuern häufig an Drittfirmen ausgegliedert. Weltweit gibt es zahlreiche Processors, die gleichzeitig für mehrere Brands tätig sind.

SET (Secure Electronic Transaction)

SET (Secure Electronic Transaction) ist ein Sicherheitsstandard für die elektronische Übermittlung von Transaktionen via Internet (E-Commerce), der sich aber nicht durchgesetzt hat.

Skimming

Mit Skimming wird der Vorgang bezeichnet, wenn Kriminelle mit speziellen Geräten den Magnetstreifen einer Bank- oder Kreditkarte kopieren, um damit Duplikate der Karten herzustellen.

VBV (Verified by Visa)

VBV (Verified by Visa) ist der weltweite Sicherheitsstandard von Visa für Interneteinkäufe, die mit Kreditkarten beglichen werden. Mit einem persönlichen Passwort identifiziert sich der Karteninhaber ähnlich wie durch eine Unterschrift auf dem Ladentisch. Voraussetzung für die Anwendung ist, dass die entsprechende Akzeptanzstelle an das System angeschlossen ist.

Zahlung/Teilzahlungsoption

Kreditkartenrechnungen werden monatlich per Post zugestellt und sind innert der üblichen Zahlungsfrist mittels Einzahlungsschein oder per Lastschriftverfahren (LSV) zu begleichen.

Mit der Unterzeichnung eines speziellen Kreditvertrags können Inhaber von Kreditkarten von der Teilzahlungsoption Gebrauch machen und profitieren so von einer höheren finanziellen Flexibilität. Bei Nutzung der Teilzahlungsoption ist per Rechnungsdatum nur eine Mindestzahlung von 5 bis 10 Prozent bzw. 50CHF des jeweiligen Rechnungsbetrags zu bezahlen. Für den offenen Betrag wird ein Zins belastet. Die Teilzahlungsfunktion ist für Kunden wegen der flexiblen Rückzahlung und des teilweise tieferen Zinsniveaus attraktiver als ein Konsumkredit.

Zu beachten: Ausgangspunkt für die Berechnung von Zahlungsfristen, Ausgabenlimiten, Kreditzinsen etc. ist in der Regel das auf der Rechnung aufgedruckte Rechnungsdatum, das nicht unbedingt dem Ende des Kalendermonats entsprechen muss.